Track 07
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Downtown Ghetto
Trausch hatte vollkommen Recht gehabt: Sie hatte bisher weder Aislers Wohnung noch das Haus von innen gesehen, aber zumindest der Eingangsbereich und der Lift, mit dem sie nach oben fuhren, entsprach so genau ihren Vorstellungen, wie es Denkerts sogenannte Studentenbude getan hatte, und auch hier nicht unbedingt in positivem Sinne. Die Klingelknöpfe waren ein wildes Sammelsurium aus schlampig – oder auch gar nicht – beschrifteten Namensschildern, das Drahtglas in der Haustür war an zwei Stellen gesprungen und zu einem blinden Spinnennetz geworden, und die meisten Briefkästen quollen über vor Werbung oder nicht abgeholter Post, sofern ihre Türen nicht herausgerissen waren. In der Luft lag ein muffiger Geruch, und durch die viel zu dünnen Wohnungstüren drang ein Durcheinander aus Musik- und Stimmfetzen. Obwohl draußen heller Sonnenschein herrschte und das Treppenhaus über großzügige Fensterflächen verfügte, hielt sich hier drinnen ein sonderbares Halbdunkel, als hätte die Dunkelheit der zurückliegenden Nacht auf geheimnisvolle Weise Substanz gewonnen und lauere nun wie giftiger Nebel in Ecken und Winkeln, um über jeden herzufallen, der den Fehler beging, ihnen zu nahe zu kommen.
»Wenn es jetzt hier noch nach Kohl stinken würde, dann würde ich in meinen Terminkalender sehen, und mich davon zu überzeugen, dass wir nicht neunzehnhundertvierundachtzig schreiben«, sagte Trausch, während sie den Aufzug ansteuerten.
(Unheil, Kapitel 13, S. 377)Weiterlesen: » Track 08
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Trausch hatte vollkommen Recht gehabt: Sie hatte bisher weder Aislers Wohnung noch das Haus von innen gesehen, aber zumindest der Eingangsbereich und der Lift, mit dem sie nach oben fuhren, entsprach so genau ihren Vorstellungen, wie es Denkerts sogenannte Studentenbude getan hatte, und auch hier nicht unbedingt in positivem Sinne. Die Klingelknöpfe waren ein wildes Sammelsurium aus schlampig – oder auch gar nicht – beschrifteten Namensschildern, das Drahtglas in der Haustür war an zwei Stellen gesprungen und zu einem blinden Spinnennetz geworden, und die meisten Briefkästen quollen über vor Werbung oder nicht abgeholter Post, sofern ihre Türen nicht herausgerissen waren. In der Luft lag ein muffiger Geruch, und durch die viel zu dünnen Wohnungstüren drang ein Durcheinander aus Musik- und Stimmfetzen. Obwohl draußen heller Sonnenschein herrschte und das Treppenhaus über großzügige Fensterflächen verfügte, hielt sich hier drinnen ein sonderbares Halbdunkel, als hätte die Dunkelheit der zurückliegenden Nacht auf geheimnisvolle Weise Substanz gewonnen und lauere nun wie giftiger Nebel in Ecken und Winkeln, um über jeden herzufallen, der den Fehler beging, ihnen zu nahe zu kommen.